Tipps zum Umgang mit säumigen Mietern während der Corona-Zeit

Tipps zum Umgang mit säumigen Mietern während der Corona-Zeit

Die Große Koalition hat beschlossen, die zunächst bis Ende Juni 2020 geltenden Sonderregelungen für Mieter von Wohnraum im Zuge der Corona-Zeit bis zum 30. September 2020 zu verlängern. Vermieter müssen also weiterhin damit rechnen, dass es zu Verzögerungen bei Mietzahlungen kommen kann. Um im Falle des Falles adäquat reagieren zu können, sollten sie folgendes wissen: Grundsätzlich sind Mieter auch während der Corona-Zeit verpflichtet, ihre Miete fristgerecht zu zahlen. Kommt ein Mieter dem nicht oder nur teilweise nach, befindet er sich – wie in normalen Zeiten – im Verzug und muss Verzugszinsen zahlen. Die situationsbedingte Besonderheit ist, dass der Vermieter dem Mieter aufgrund von Mietschulden, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. September 2020 entstehen, erst dann kündigen darf, wenn dieser sie nicht spätestens bis zum 30. Juni 2022 beglichen hat. Ohne weiteres kann ein Mieter die Mietzahlung jedoch nicht aussetzen, sondern muss glaubhaft machen, dass er dazu derzeit tatsächlich nicht oder nur teilweise in der Lage ist. Betroffene Vermieter sollten sich einen schriftlichen Nachweis vorlegen lassen, der das bestätigt, etwa in Form einer Bescheinigung des Arbeitgebers, eines Bescheides über den Bezug von Kurzarbeitergeld bzw. über die Gewährung staatlicher Leistungen oder eines sonstigen Dokuments über den Verdienstausfall. Zudem sind Mieter nicht berechtigt, eine Mietminderung vorzunehmen, auch wenn mancher vielleicht annimmt, dies tun zu dürfen, weil er momentan einen finanziellen Engpass hat oder in Quarantäne ist. Nach wie vor ist eine Mietminderung nur dann zulässig, wenn ein erheblicher Mangel vorliegt, der den vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung einschränkt oder unmöglich macht. Um Zwist in einem bisher guten Mietverhältnis zu vermeiden, ist es ratsam, dass beide Parteien in den kommenden Monaten im engen Austausch miteinander bleiben, um gemeinsam eine Lösung für diese missliche Ausnahmesituation zu finden, die für keinen angenehm sein dürfte. Denn sofern die Miete im genannten Zeitraum wirklich nur anteilig oder schlimmstenfalls sogar in Gänze nicht gezahlt werden kann, kann sich der Mietrückstand beträchtlich summieren. Je früher demnach über Zahlungsmodalitäten gesprochen wird, um so eher haben beide Seiten Klarheit. Andernfalls drohen vielleicht rechtliche Auseinandersetzungen, die einen einholen, wenn die Corona-Zeit hoffentlich längst Geschichte ist.

Bei Fragen helfen wir gerne weiter WHG Immobilien 07141/75501.

Bietigheimer Zeitung vom 18.07.2020

Immobilienverkauf in einer Erbengemeinschaft

Eine Erbengemeinschaft besteht, wenn mehrere Personen das Erbe eines Verstorbenen antreten und den Nachlass bis zur endgültigen Aufteilung zusammen verwalten. Den gesetzlichen Rahmen dafür gibt das Bürgerliche Gesetzbuch ab § 2032 vor. Gehört auch eine Immobilie zum Erbe, ist oftmals der Verkauf notwendig, um die Erbschaft zwischen den Parteien aufzuteilen. Dazu ist zu wissen, dass grundsätzlich alle Erben dem Verkauf zustimmen müssen. Legt einer sein Veto ein, kann dies das gesamte Vorhaben verzögern oder sogar stoppen. Ratsam ist deshalb, zunächst offen zu besprechen, was mit der Immobilie konkret geschehen soll. Möchte beispielsweise einer der Erben die Immobilie selbst nutzen, besteht die Möglichkeit, die Miterben auszuzahlen. Eine andere Option kann sein, dass ein Erbe seinen Anteil am gesamten Nachlass verkauft, um Zwistigkeiten aus dem Weg zu gehen. Dann haben die Miterben jedoch ein gesetzliches Vorkaufsrecht an der Immobilie. Ist definitiv geklärt, dass das Objekt veräußert wird, sollte ein unabhängiger Immobilienprofi hinzugezogen werden, der Neutralität garantiert, den Verkaufsprozess professionell abwickelt und zudem weiß, wie sich ein möglichst hoher Verkaufspreis erzielen lässt. Denn der ist trotz der enormen Nachfrage nach Immobilien kein Selbstläufer! Ausschlaggebend sind eine passende Verkaufsstrategie und eine gute Vorbereitung. So müssen einige Dokumente zusammengestellt werden, etwa Baupläne, ein gültiger Energieausweis und die jährliche Betriebskostenabrechnung. Anschließend erfolgt eine qualifizierte Immobilienbewertung, die Faktoren wie Bodenrichtwert, Lage, Gebäudezustand, Ausstattungsmerkmale und Anlagentechnik berücksichtigt. Ist der Wert ermittelt, geht es darum, die Immobilie bestmöglich zu veräußern. Dies kann über den üblichen Vertriebsweg oder per Bieterverfahren geschehen. Anders als beim Verkauf zum Festpreis, zeigt sich hierbei durch die Angebote der Interessenten, wie hoch der maximal zu erzielende Kaufpreis ist, ohne dass eine Verkaufsverpflichtung besteht. Als unparteiische Instanz wägt der Makler ab, welche die aussichtsreichere Variante ist. Die schlechteste aller Möglichkeiten wäre, wenn es zur Teilungsversteigerung kommt, weil sich die Parteien nicht einigen können und zerstreiten. Dieses Szenario birgt nicht nur die Gefahr noch tieferer Zerwürfnisse, sondern dürfte auch den partiellen Verkaufserlös schmälern.

Experten-Tipp Bietigheimer Zeitung vom 20.06.2020

 

Vorsorge mit Verrentung einer Immobilie

Die Immobilienverrentung ist eine Sonderform der privaten Altersvorsorge. Sie bietet älteren Hausbesitzern die Möglichkeit, ihr Eigenheim zu verkaufen und im Gegenzug dafür zeitlebens mietfrei in der Immobilie zu wohnen.
“Besonders für Ruheständler mit geringer Rente und wenig Rücklagen, aber einem Eigenheim, das nicht vererbt wird, kommt die Immobilienverrentung in Betracht.” Darauf verweist Heidi Proksch, Inhaberin von WHG Immobilien und benennt drei Varianten: Bei der Leibrente zahlt der Käufer dem Verkäufer eine monatliche Rente und gewährt ihm zugleich ein lebenslanges Wohnrecht. Die Zeitrente ermöglicht dem Verkäuferebenfalls ein lebenslanges Wohnrecht, jedoch wird die Rente innerhalb eines festgelegten Zeitraumes gezahlt. Die umkehrhypothek sieht vor, dass der Eigentümer einen Kreditvertrag mit einer Bank über die Rentenzahlung für das Haus abschließt. Nach Tilgung der Gesamtsumme geht das Objekt in den Besitz der Bank über. Die Höhe der Rente übermittelt jeweils ein unabhängiger Sachverständiger basierend auf dem Wert der Immobilie, der Lebenserwartung des Eigentümers, dem Wert des lebenslangen Wohnrechts und weiteren Einflussfaktoren. Dabei sollten die Vertragsmodalitäten so gestaltet sein, dass sie auch noch passen, wenn sich die Lebenssituation des Betreffenden ändert. Zu berücksichtigen ist zudem die notarielle Beurkundungsowie die Eintragungen von Reallast oder gegebenenfalls Nießbrauchrecht ins Grundbuch. Die Reallast gibt einer Person das Recht, aus dem Grundstück wiederkehrende Leistungen zu erhalten, ein vereinbartes Nießbrauchrecht, sichert dessen Nutzung – beispielsweise die Vermietung der Immobilie. Diese und weitere Aspekte, werden in einem Beratungsgespräch zur Immobilienverrentung kompetent und umfassend geklärt.

Sicher vermieten während der Corona-Pandemie

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beeinträchtigen unser gewohntes Leben derzeit massiv. Wann eine Rückkehr zur Normalität möglich ist, vermag im Augenblick niemand zu sagen. Damit Immobilienbesichtigungen und -vermietungen trotzdem weiterhin durchführbar sind, haben die Profis von WHG Immobilien in Freiberg ihre Services für Vermieter auf die veränderten Rahmenbedingungen angepasst: So finden Besichtigungen nur noch per 360-Grad-Video statt, da  von virtuellen Immobilienrundgängen keinerlei Ansteckungsgefahr ausgeht. Besonders jetzt, wo direkte Kontakte vermieden werden sollen und Ausgangsbeschränkungen gelten, zeigen sich die Vorzüge dieser modernen Art der Kundenansprache: Während der Vermieter in Ruhe auswählt, wem er online Zutritt zum Objekt gewährt, können es sich potenzielle Mieter auf dem PC, Tablet oder Smartphone dann anschauen, wann und wo sie es möchten. Diese gegenwärtig sehr hilfreiche  „Brückentechnologie“ bietet nicht nur Interessenten in der näheren Umgebung eine sichere und bequeme Möglichkeit für eine Besichtigung. Auch und gerade entfernt lebende Interessierte, die infolge der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit aufgrund der Corona-Pandemie bis auf weiteres nicht reisen können, haben mittels 360-Grad-Besichtigung die Gelegenheit, das angebotene Mietobjekt virtuell sehen zu können. Ergänzt durch ein aussagekräftiges Exposé in digitaler Form, lässt sich so auch aus der Ferne eine fundierte Entscheidung treffen. Für den Vermieter minimiert sich das Leerstandsrisiko und damit verbundene Mietzahlungsausfälle. Sollte dennoch ein Vor-Ort-Besichtigung notwendig sein, geschieht diese unter strikter Einhaltung der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg und geltender Hygienemaßnahmen. Aktuell können nur Einzeltermine stattfinden, an denen ausschließlich die vorgeschriebene Anzahl von zwei Personen teilnehmen dürfen, die zudem mindestens 1,5 Meter Abstand voneinander halten müssen. Sofern lieferbar, erhält jeder Teilnehmer zum persönlichen Schutz eine Atemschutzmaske und steht ein Mittel zur Desinfektion der Hände bereit. Da Dokumente grundsätzlich nur in elektronischer Form ausgetauscht werden, besteht auch darüber kein Infektionsrisiko. Derart umsichtig vorbereitet, steht einer Immobilienbesichtigung mit anschließender zügiger Nachvermietung auch in Zeiten von Corona nichts im Weg.

Hausverkauf bei Scheidung

Hausverkauf bei Scheidung: Das sollten Betroffene bedenken

 

Wenn eine Ehe scheitert, wird das gemeinsame Eigenheim oftmals zur komplizierten Streit- und Kostenfalle. Denn neben Emotionen geht es meist um viel Geld und langfristige Verpflichtungen. Etliche Dinge sind zu klären, beispielsweise wer das Haus weiterhin bewohnt und wer auszieht, wie hoch der eventuell noch abzuzahlende Immobilienkredit ist und wie sich die Tilgung gestaltet? Paare, die in glücklichen Zeiten keine entsprechenden Regelungen getroffen haben, sind schnell mit der Situation überfordert. Zumal sich unterschiedliche Lösungswege anbieten, deren Konsequenzen jedoch weitreichend sein können. Hat etwa einer der Partner das Haus mit in die Ehe eingebracht, die wie die meisten Ehen hierzulande im Güterstand der Zugewinngemeinschaft geführt wird, und ist alleiniger Eigentümer, gehört ihm die Immobilie auch weiterhin, allerdings muss er dem anderen einen Vermögensausgleich zahlen. Je nach Wertzuwachs kann dies eine beträchtliche Summe sein, was nicht selten dazu führt, dass das Objekt verkauft werden muss, um das Geld aufzubringen. Ist das Haus während der Ehe angeschafft worden und sind beide Partner im Grundbuch eingetragen, gehört zwar jedem die Hälfte. Aber auch hier stellt sich spätestens dann die Frage, was mit dem Haus geschehen soll, wenn derjenige, der nach der Scheidung auszieht, ausgezahlt werden will, der andere indes dazu finanziell wenig Spielraum hat. Damit der Hausverkauf im Scheidungsfall für die Betroffenen nicht zur Existenzfrage wird, empfiehlt es sich, einen erfahrenen Immobilienmakler zu Rate zu ziehen, der die Angelegenheit als neutrale Instanz unvoreingenommen zu beurteilen weiß und objektiv abwägt, welche die beste Lösung ist. Pragmatisch gesehen ist der einvernehmliche Immobilienverkauf der einfachste Weg, weil dadurch die Möglichkeit besteht, den Verkaufserlös gleichermaßen zu teilen, so dass jeder seine Verbindlichkeiten erfüllen kann und idealerweise schuldenfrei neu beginnt. Eine andere Option kann die Vermietung der Immobilie an Dritte sein. So verschaffen sich die Parteien erst einmal Luft, um in Ruhe zu überlegen, wie es mit der Immobilie weitergehen soll. Zugleich werden Einnahmen erzielt, was sicherlich auch nicht verkehrt ist. Die ungünstigste Alternative wäre, wenn es zu keiner Einigung kommt und einer der beiden per Gericht die Teilungsversteigerung durchsetzt. Denn unter Not verkaufen zu müssen, drückt bekanntermaßen auf den Preis.

Experten-Tipp Bietigheimer Zeitung vom 29.03.2020

WHG Immobilien wieder als Focus Top Immobilienmakler 2020 ausgezeichnet

Deutschland hat gewählt: Bei der größten Maklerbewertung 2020 wurden insgesamt 1.000 Immobilienmakler im gesamten Bundesgebiet ausgewählt und ausgezeichnet.

Wir dürfen uns wieder freuen – das Team von WHG Immobilien ist vom Nachrichtenmagazin Focus in Zusammenarbeit mit Statista erneut zum Top-Immobilienmakler Ravensburg ausgewählt worden! Neben vielen anderen Kriterien haben vor allem unsere hohe Weiterempfehlungsquote und die sehr hohe Kundenzufriedenheit den Ausschlag gegeben. Schon 2019 durfte sich WHG Immobilien über diese Auszeichnung freuen, und wir wurden bestätigt, dass wir 2020 unseren anspruchsvollen Standard gehalten haben. Die renommierte Auszeichnung des großen Nachrichtenmagazins Focus bestätigt uns in unserer täglichen Arbeit: für unsere Kunden und Auftraggeber jeden Tag das Beste geben!

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen in 2020!
Ihr WHG-Immobilien-Team

Was bei der Betriebskostenabrechnung zu beachten ist

Jährlich müssen Vermieter eine Betriebskostenabrechnung erstellen. Damit diese ordnungsgemäß ist, muss sie einige Mindestanforderungen erfüllen. Neben der korrekten Nennung von Absender, Adressat und Mietobjekt ist auf die Abrechnungsfrist zu achten. Spätestens ein Jahr nach Ende des Abrechnungszeitraums muss dem Mieter die Abrechnung vorliegen. Werden die Betriebskosten von 1. Januar bis 31. Dezember eines jeden Jahres abgerechnet, muss der Mieter die Abrechnung bis zum 31. Dezember des Folgejahres erhalten haben. Versäumt der Vermieter die Frist, kann er keine Nachforderungen stellen. Wichtig ist zudem der Abrechnungszeitraum. Generell darf die Zeitspanne der in Rechnung gestellten Betriebskosten höchstens zwölf Monate betragen. Wird sie überschritten, gilt die Abrechnung formell als fehlerhaft und kann vom Mieter angefochten werden. Ferner ist der Vermieter verpflichtet, die Betriebskosten genau zu benennen und aufzuschlüsseln. Enthält der Mietvertrag einen Hinweis auf die Betriebskostenverordnung (BetrKV), gestaltet sich die Abrechnung relativ einfach, denn dann können alle dort genannten Kosten umgelegt werden. Werden nur Einzelkosten aufgeführt, können auch nur diese dem Mieter in Rechnung gestellt werden. Zu unterscheiden ist zwischen umlagefähigen Kosten und solchen, die vom Vermieter zu tragen sind. Zu den Kosten, die anteilig auf Mieter umgelegt werden, gehören Grundsteuer, Gartenpflege, Müllabfuhr, Gebäudereinigung, Beiträge zu Sach- und Haftpflichtversicherungen, Hausmeisterkosten sowie Wartungskosten für Rauchmelder und Legionellenprüfung. Welcher Verteilerschlüssel hierfür verwendet wird – ob Wohnfläche, Verbrauch, Wohneinheit oder Personenzahl – steht jedem Vermieter frei. In der Regel bildet die jeweilige Quadratmeterzahl die Basis. Der Verbrauch von Wasser und  Brennstoff wird anhand des Zählerstands auf Wasseruhr und Heizkostenverteiler berechnet. Nicht geltend gemacht werden können dagegen Aufwendungen für Instandhaltungs- und Instandsetzungmaßnahmen sowie für die Wohnungsverwaltung. Ebenso dürfen Kosten von Wohnungsleerstand nicht umgelegt werden. Ihr ermittelter Kostenanteil geht allein zu Lasten des Vermieters. Was für Ungeübte kompliziert ist, gehört für Immobilienprofis zum Alltagsgeschäft. Deshalb sollten Vermieter, die unsicher sind, besser fachkundigen Rat einholen, bevor sie sich selbst an der Abrechnung versuchen und vielleicht eine Anfechtungsklage riskieren.

Experten-Tipp Bietigheimer Zeitung vom 29.02.2020

Umgang mit Mängeln beim Immobilienverkauf

Wie heißt es in Immobilienkaufverträgen häufig so schön: “Gekauft wie besichtigt”. Diese sogenannte “Besichtigungsklausel” sollten Immobilienverkäufer jedoch keinesfalls als Einladung missverstehen, einen Schaden zu verschweigen. Denn laut § 433 1 BGB sind sie dazu verpflichtet, dem Käufer die Immobilie frei von Sach- und Rechtsmängeln zu übergeben. Zu unterscheiden sind drei Kategorien: Ein offener Mangel liegt etwa bei einer defekten Tür oder reparaturbedürftigen Fassade vor. Ein Nachteil also, der sofort erkennbar ist. Von einem versteckten Mangel wird gesprochen, wenn dieser weder für Verkäufer noch Käufer ersichtlich ist, beispielsweise eine defekte Leitung in der Wand oder verbaute Materialien, die aufgrund von Asbest oder PCB gesundheitsgefährdend sind. Weiß der Verkäufer hingegen von Mängeln, verschweigt diese aber bewusst oder vertuscht diese sogar, in dem er sie kurzfristig beseitigt, kann er später vom Käufer wegen arglistiger Täuschung belangt und zu Schadensersatz verurteilt werden. Ratsam ist deshalb, offen auf etwaige Mängel hinzuweisen und sich die Kenntnisnahme schriftlich bestätigen zu lassen, um auf der sicheren Seite zu sein. Wer unsicher ist, wie mit einem Mangel umzugehen ist, sollte sich beim Verkauf von einem Immobilienprofi unterstützen lassen und das möglichst bevor der Notar den Kaufvertrag endgültig abfasst und notariell beurkundet.

Experten-Tipp Ludwigsburger Kreiszeitung vom 01.03.2020

Was im Hausflur stehen darf und was nicht

Viele Vermieter kennen das Problem: Im Hausflur werden diverse Dinge deponiert. Hier ein Fahrrad, da ein Kinderwagen, dort einige Paar Schuhe. Doch nicht alles, was Mieter auf der Gemeinschaftsfläche abstellen, darf dort bleiben, denn Brandschutz spielt im Treppenhaus eine wichtige Rolle. Zwar ist gesetzlich nicht geregelt, ob und welche Gegenstände im Hausflur abgestellt werden dürfen. Die Landesbauordnungen enthalten jedoch Brandschutzvorschriften, die definieren, wie bauliche Anlagen beschaffen sein müssen, damit im Ernstfall Rettungsmaßnahmen erfolgen können.

In Baden-Württemberg beispielsweise definiert dies Paragraf 15 der Landesbauordnung (LBO). Zudem hat der Vermieter dafür zu sorgen, dass seine Immobilie verkehrssicher ist. Er ist daher berechtigt, das Abstellen bestimmter Gegenstände im Treppenhaus zu untersagen. Fährräder zum Beispiel müssen nicht geduldet werden. Blumenkübel und Pflanzen bedürfen der Zustimmung. Beim Aufstellen von Schränken ist die Rechtsprechung uneinheitlich. In jedem Fall darf das Möbel keine Behinderung oder Stolpergefahr darstellen. Wer Müll über einen längeren Zeitraum im Hausflur zwischenlagert, kann sogar abgemahnt werden.

Grundsätzlich zulässig sind hingegen Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen, solange sie den Fluchtweg nicht versperren. Allerdings kommt es sehr auf den Einzelfall an. Ist die Mitnahme eines Kinderwagens oder einer Gehhilfe in die Wohnung zumutbar, weil ein Aufzug vorhanden und die Wohnungstür breit genug ist, kann das Abstellen im Treppenhaus verwehrt werden. Auch der Stellplatz in der Tiefgarage darf aus Brandschutzgründen nicht als Kellerersatz dienen. Lediglich Gegenstände, die funktional zum Auto gehören, dürfen dort in geringem Umfang aufbewahrt werden. Ein Satz Autoreifen ist also durchaus erlaubt, genauso wie ein Dachgepäckträger.

Um Unklarheiten vorzubeugen, empfiehlt es sich, im Mietvertrag und in der dazugehörigen Hausordnung genau zu regeln, was wo unterzubringen ist und welche Räumlichkeiten dafür zur Verfügung steht, etwa ein Fahrradkeller oder ein Unterstand. Mit Rücksichtnahme und freundlicher Kommunikation, falls es doch einmal zu einer zeitlich begrenzten Abstellsituation kommt, sollte ein gutes nachbarschaftliches Miteinander eigentlich dauerhaft Bestand haben.

Experten-Tipp Bietigheimer Zeitung vom 01.02.2020

Tipps für die Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung

Eine Brennstoffzellenheizung ist derzeit das modernste, was es auf dem Heizungsmarkt gibt. Sie gilt deshalb als besonders innovativ, weil sie ohne die Verbrennung von Öl und Gas auskommt,sondern die chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff zur gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom nutzt. Statt des klimaschädlichen CO2 entsteht nur Wasserdampf. Hier setzt die Technologie an, in dem sie dem Wasserdampf die Wärme entzieht und diese zum Heizen und zur Warmwasserbereitung nutzbar macht. Ein höchst effektiver Prozess mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent! Die Anlagentechnik ist überschaubar: Benötigt wird ein Brennstoffzellengerät, das den Grundbedarf von Wärme und Strom abdeckt, und ein Gas-Brennwertkessel, der zusätzlich Wärme liefert. Damit eine Brennstoffzellenheizung möglichst effizient arbeitet, sollte sie ganzjährig gleichmäßig Energie erzeugen. Ebenso kontinuierlich sollte der Energieverbrauch sein, damit es nicht zur Überproduktion kommt, so dass sich der Pufferspeicher aus Sicherheitsgründen abschaltet und folglich keinen Strom produziert.

Entscheidend ist deshalb bei der Anschaffung auf die richtige Dimensionierung der Anlage zu achten. Optimal ist ihre Größe dann, wenn sie den gesamten Energiebedarf eines Haushalts abdeckt und die Gas-Brennwertheizung lediglich als Ergänzung dient, falls doch hin und wieder mehr Wärme benötigt wird. Es lässt sich also eine nahe autarke Energieversorgung realisieren, die überdies CO2-frei ist. Schwierig wird die Situation, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist und auch kein entsprechendes Leitungssystem zur Verfügung steht, weil Öl vor Ort gebräuchlich ist. In diesem Fall hilft das Bauamt oder der örtliche Gasversorger weiter.

Allerdings ist eine Brennstoffzellenheizung nicht günstig. Im Gegenteil, momentan ist sie mit Abstand das teuerste Heizsystem. Je nach Hersteller, Modell und Installationskosten liegen die Kosten zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Ob sich der Kauf rentiert, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Ratsam ist, unterschiedliche Lösungen von einem unabhängigen Experten durchrechnen zu lassen und sie miteinander zu vergleichen. Zudem fördern Bund, Länder und Kommunen den Einbau von Brennstoffzellenheizungen bzw. den Umstieg auf die Technologie mit Zuschüssen von bis zu 40 Prozent.

Experten-Tipp Bietigheimer Zeitung vom 04.01.2020